Keanu Reeves in „John Wick 4“: Geheimbünde regieren die Welt – Filmstart - WELT (2024)

Film „John Wick 4“

Geheimbünde regieren die Welt

| Lesedauer: 4 Minuten

Von Hanns-Georg Rodek

Filmredakteur

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Zum vierten Mal kämpft sich Keanu Reeves als wortkarger Killer „John Wick“ durch eine Parallelwelt düsterer Geheimnisse. Dabei stößt er auf einen Orden von Superreichen. Also stimmen sie doch, die ganzen Verschwörungstheorien.

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Genau 237 Stufen führen von der Parkanlage Square Willette hoch auf den Montmartre-Hügel in Paris zur Basilika Sacré-Cœur. Ein Mann versucht in „John Wick 4“, sie zu erklimmen, wird aber immer wieder an den Fuß der Treppe zurückgeworfen.

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Nun könnte es sich um Sisyphus handeln, doch er hat keinen Stein dabei. Es könnte auch ein Akteur in einem Computerspiel sein, bei dem der Held ständig neue Anläufe nehmen muss, um das Hindernis zu überwinden. Doch der Mann heißt John Wick und versucht, rechtzeitig vor Morgengrauen zu einem Pistolenduell vor Sacré-Cœur zu erscheinen, um seine Schuld bei der Hohen Kammer tilgen zu können.

Für Uneingeweihte ein paar kurze Erklärungen. John Wick heißt eigentlich Jardani Jovonovich (die Referenz zu Milla Jovovich ist sicher nicht zufällig), stammt aus Belarus und wurde von dem Ruska Roma-Verbrechersyndikat zum Auftragskiller ausgebildet. Eigentlich befindet er sich im Ruhestand, doch im ersten „John Wick“-Film geht er auf Rachefeldzug, weil jemand seinen Hundewelpen getötet hat, im zweiten bringt er jemanden um, den er gar nicht umbringen will, und im dritten wird er selbst gejagt, weil er die Regeln der Hohen Kammer gebrochen hat.

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Im zehnten Jahr der „Wick“-Kinoreihe sind wir beim vierten Teil angelangt, in dem Keanu Reeves – der ausdruckslose, wortkarge, gnadenlos effektive Titelheld – nun seinerseits gegen die Hohe Kammer mobil macht. Diese „Kammer“ ist wie ein materialisiertes Hirngespinst wildester Verschwörungstheorien, zwölf superreiche Weltanführer, die sich mit ihrem „Orden“ jenseits aller Gesetze stellen. Man sieht sie nie so richtig und kann deshalb nicht feststellen, ob Bill Gates unter ihnen ist.

Sie haben ihre eigenen Killer, ihre eigene Währung und ihr eigenes Ehrensystem – eine Mischung aus Freimaurern und Mont-Pelerinisten. Es ist das vormoderne Mythenbild geheimer Eliten, Bünde und Stämme, versetzt in eine Gegenwart, die zunehmend daran zu glauben beginnt, dass unsere Welt tatsächlich so regiert wird. Zusammengehalten wird der „Orden“ von Bluteiden und Brandzeichen.

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Keanu Reeves

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Davon abgesehen, funktioniert die „Wick“-Reihe nach dem guten, alten Bond-Prinzip: Wir hüpfen quer über die Kontinente von einem attraktiven Platz für Action zum nächsten. In Teil vier sind das New York (wo ein Hotel mitten im Zentrum gesprengt wird), Osaka (mit der U-Bahn als attraktivem Metzelort), Berlin (wo die Stadt wie vom Rave betäubt dahintaumelt) und eben Paris.

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Das Kämpfen – und es ist ein Kämpfen in langen Einstellungen, nicht mit schnellen Schnitten – ist das Lebenselixier von „John Wick“, so wie schnelle Maschinen das Lebenselixier von James Bond sind. Das treibende Herz der „Wick“-Reihe heißt Chuck Stahelski, sprang für den Bruce-Lee-Sohn Brandon als Körperdouble ein, als der bei den Dreharbeiten zu „The Crow“ aus Versehen von einem Rohrkrepierer erschossen wurde, doubelte Keanu Reeves bei der „Matrix“ und wurde Stunt-Choreograph.

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John Wick ist von Anfang an sein Kind, der Beweis am lebenden Objekt, dass reale Stunts immer noch weit besser aussehen können als Spezialeffekte und dass weiterhin nichts über die Überwältigung durch eine große Leinwand geht.

Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Die Riesenravemaschinenhalle in Berlin, wo überall an den Wänden Wasserfälle herabrinnen und die Kämpfenden/Rennenden/Schießenden von den in Trance Tanzenden gar nicht beachtet (und auch nicht getroffen) werden. Die Kombination von Jiu Jitsu, Judo, Nunchaku und wer weiß welchen Kampfesvarianten auf den Dächern von Osaka. Und vor allem die Schlacht rund um den Arc de Triomphe, wo sich Keanu Reeves mit einer Killerarmee herumschlagen muss – und dem ununterbrochen flutenden Autoverkehr auf den zwölf Spuren des Kreisels.

„Wick 4“ besitzt einen unglaublichen Stilwillen und, wenn er will, auch einen bösen Humor. Die Hohe Kammer betreibt in Paris eine private Rundfunkstation, deren verführerische Frauenstimme ihre Hörer verklausuliert auffordert, auf John Wick Jagd zu machen. Und die setzen sich in Bewegung, in Taxis, auf Rädern, vom Bistro-Tisch, und streben zum Triumphbogen, wie Zombies. Es ist eine Parallelwelt, die sich inmitten der realen entfaltet und nur ihren eigenen Gesetzen gehorcht. Sonst hätte John Wick auch die Seilbahn hoch zu Sacré-Coeur nehmen können.

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